Wiederaufbau nach dem Krieg*

Im Krieg wurde die damalige Halle Münsterland völlig zerstört, doch bereits im Januar 1947 stand fest: Auf dem Gelände wird neu gebaut. Eine neue „Halle Münsterland“ mit Stallungen für 600 Tiere, eine Reithalle, zwei Vorführringe, ein Pförtnerhaus, ein Wiegehaus und ausreichend Parkplätze.

Der Wiederaufbau gelang schnell und begann früh, da die ehemalige Halle Münsterland eine tragende Rolle in der Versorgung der Menschen während der Nachkriegszeit spielte. Die Versteigerungen von Vieh wurden sogar schon wieder aufgenommen, als die alte Halle noch in Trümmern lag. So berichteten die Westfälischen Nachrichten später: „Die hohe Inanspruchnahme, der noch nicht völlig wiederhergestellten Halle Münsterland zeigt, wie notwendig ihr Wiederaufbau war.“

Am 13.12.1947 wurde der Gesellschaftsvertrag von den Gesellschaftern (der Reit- und Fahrschule, der Landwirtschaftskammer, den Verbänden der Pferde-, Rinder- und Schweinezüchter und der Stadt Münster) unterzeichnet. Wegen der vorherrschenden Materialknappheit zu dieser Zeit kam das wertvolle Holz für das charakteristische Tonnendach aus Bayern – „schwarz“ getauscht gegen 120 Pferde.

Die Nachfrage an landwirtschaftlichen Veranstaltungen war immens, weshalb die nicht einmal fertig gestellte heutige „Große Halle“ drohte zu überlasten. Aus diesem Grund wurde im Jahre 1949 mit den Bauarbeiten einer zweiten Halle, der Viehmarkthalle, begonnen. Die Viehmarkthalle konnte 1952 fertiggestellt werden. Somit war die damalige Halle Münsterland die erste wieder aufgebaute Veranstaltungsstätte Deutschlands. Seitdem verstrich kaum ein Jahr ohne Sanierungen, Renovierungen oder Anbauten. Nicht nur der Wandel der Veranstaltungen, sondern auch das stetige Schritthalten mit den Anforderungen an die Räumlichkeiten, zeichnet das Messe und Congress Centrum Halle Münsterland heute wie damals aus.

Nach unterschiedlichen Pachtverträgen zwischen der Stadt Münster und den landwirtschaftlichen Verbänden, erhöhte die Stadt Ende 1993 das Stammkapital auf insgesamt 2,5 Millionen Deutsche Mark. Seitdem ist die Stadt Münster mit 92,09 Prozent an der Betreibergesellschaft beteiligt. Die restlichen 7,91 Prozent teilen sich mit je 1,98 Prozent auf die Schweineerzeuger Nord-West eG und den Westfälisches Pferdestammbuch e.V. und mit 3,95 Prozent auf die Rinderunion Weg eG auf.

Das Interesse an Viehvermarktungen ging Ende des 20. Jahrhunderts immer mehr zurück, dafür nahm die Nachfrage größere Messen zu veranstalten deutlich zu. Aus diesem Grund wurde bereits 1988 das restliche – im Jahre 1925 nicht enteignete – Hupfergelände mit über 28.000 m² und das angrenzende Gelände der Kiesekampschen Mühle gekauft. 20 Millionen Deutsche Mark investierte die Stadt zur Erschließung beider Grundstücke – 15 Millionen Deutsche Mark für das Hupfergelände und 5 Millionen Deutsche Mark für das Gelände der Kieselkampschen Mühle. Ende der 2000er Jahre setzte die Stadt Münster ihr Investitionsvolumen für das gesamte Gelände auf insgesamt 100 Millionen Deutsche Mark fest, um für den Wechsel in das neue Jahrhundert und den Wandel der Veranstaltungen möglichst gut vorbereitet zu sein.

 

* vgl. insgesamt auch „Die Halle Münsterland 1926 bis 2001“ von Christa Wilbrand.