100 Jahre Halle Münsterland: Space to be – von der Vision zur internationalen Bühne

Das Messe und Congress Centrum Halle Münsterland wurde 1926, also vor 100 Jahren, eröffnet. Seitdem hat es sich zu einem Kongress- und Veranstaltungszentrum auf höchstem Niveau entwickelt. Was als Zuchtviehmarktanlage begann, wurde mit visionärer Weitsicht und stetem Ausbau zu einem multifunktionalen Zentrum für Messen, Kongresse und Events. Heute ist es ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens des Münsterlands. Für jede Art von Veranstaltung bietet es die perfekte Bühne.

1925 Bau der Halle Münsterland

Eine lange Geschichte der Innovation und Vielfalt

Die damalige Halle Münsterland wurde am 17. und 18. April 1926 mit einer beeindruckenden Doppelveranstaltung eröffnet. Der damalige Oberbürgermeister Dr. Georg Sperlich betonte in seiner Eröffnungsansprache, dass die Halle der Landwirtschaft dienen solle, nicht zuletzt aber auch „der Jugend der Stadt Münster und allen denen, die auch im reiferen Alter ihre körperliche Tüchtigkeit durch Turnen und Sport zu erhalten und zu vertiefen suchen.“ Seitdem hat sich die Halle zu einem vielseitigen Veranstaltungsort entwickelt, der Weltstars wie die Rolling Stones, Leonard Bernstein und die Wiener Philharmoniker willkommen hieß und zu einem kulturellen Zentrum von internationalem Rang wurde. Von Anfang an war die Halle auch Schauplatz von politischen Veranstaltungen – und ist es bis heute. Über die Jahrzehnte hinweg waren Reichs- und Bundeskanzler wie der aus Münster stammende Heinrich Brüning, Konrad Adenauer, Willy Brandt und Angela Merkel, aber auch internationale Größen wie der Dalai Lama zu Gast.

Doch der Weg war nicht immer einfach. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Halle schwer beschädigt, aber bereits zwischen 1947 und 1949 wieder aufgebaut. Dank der Initiative der am 13. Dezember 1947 gegründeten Halle Münsterland GmbH wurde eine moderne Halle errichtet, die den wachsenden Anforderungen gerecht wurde. Das wertvolle Holz für das charakteristische Zollinger-Tonnendach kam übrigens aus Bayern – „schwarz“ getauscht gegen 120 Pferde.

Wachstum und stetiger Ausbau für die Zukunft

In den 1960er Jahren gewann der Standort immer weiter an Bedeutung. Die Halle wurde zunehmend für internationale und überregionale Veranstaltungen genutzt. Mit dem zunehmenden Wandel in der Veranstaltungsbranche stiegen auch die Ansprüche der Besuchenden und Veranstaltenden. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Veranstaltungsstätte kontinuierlich erweitert und modernisiert, um die besten Voraussetzungen für jede Art von Veranstaltung zu schaffen. 1972 folgte die Eröffnung des neuen Congress Saals, um entsprechende Räumlichkeiten für Tagungsveranstaltungen zu bieten. Ab 1995 wurden drei neue Messehallen gebaut. Diese ermöglichten es, größere Messen wie die „iaf – Internationale Ausstellung für Fahrwegtechnik“ und diverse Hausmessen von regionalen Firmen auszurichten. Perfekt geeignet sind sie aber auch für große Events wie „Wetten, dass…?“ oder Konzerte von „Blink 182“ und den „Backstreet Boys“. Messen wie die DeLuTa (Deutsche Lohnunternehmer Tagung) oder die AGRAR Unternehmertage, aber auch 2018 der Deutsche Katholikentag mit 35.000 Teilnehmenden, nutzen über die Messehallen hinaus das gesamte Außengelände.

Das Congress Centrum wurde 1997 weiter ausgebaut, 2016 erneut modernisiert und bietet seitdem Raum für viele nationale und internationale Kongresse. Bereits zwei Mal war der Deutsche Ärztetag dort zu Gast. Die nahe gelegene Universität Münster richtet hier viele medizinische Kongresse aus. 2.500 Teilnehmende kamen zum 18. Deutsche Hebammenkongress im Jahr 2025. Bis heute ist dies die größte im Congress Centrum durchgeführte Veranstaltung. Eine adäquate Plattform stellt das Gebäude aber auch für General- und Hauptversammlungen dar.

Die Halle Münsterland ist viel mehr als eine reine Stadthalle. Um dies gerade auch gegenüber Messe- und Kongressveranstaltenden zu verdeutlichen, kam es 2009 zu einem Namenswechsel. Seitdem firmiert das Unternehmen als „Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH“. Dieser Name betont stärker, wie wichtig Kongresse und Messen für viele Wirtschaftszweige der Stadt, wie zum Beispiel Gastgewerbe und Einzelhandel, sind.

Der Eventbereich ist nach wie vor eine wichtige Säule des MCC. Von Tokio Hotel bis Rammstein, von Holiday on Ice bis zur Pferde-Show Cavalluna, von Florian Silbereisen bis Atze Schröder – viele Künstlerinnen und Künstler waren in den vergangenen Jahrzehnten in der Großen Halle zu Gast. Außerdem fanden viele Partys und Bälle, wie etwa Europas größte Kegelparty oder der Ball des Sports, hier ein Zuhause.

Zu einem begehrten Festivalgelände haben sich die Außenflächen im Süden des Messe und Congress Centrums Halle Münsterland entwickelt. Die Weichen dafür stellte das 2006 ins Leben gerufene Vainstream Rockfest. Viele andere Festivals wie Docklands und Münster Olé folgten. Gerade weil es in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt und zum Bahnhof gelegen ist, hat sich das Festivalgelände zur idealen Location für Open-Air-Musikveranstaltungen entwickelt.

In der Zeit der Corona-Pandemie profitierte die Bevölkerung wiederum von den flexiblen und großzügigen Räumlichkeiten des Messe und Congress Centrums. So konnte die weitläufige Messehalle Nord kurzfristig in ein Impfzentrum umgewandelt werden und bot den Menschen in Münster schnell und effizient Schutz. Seit dieser Zeit ist auch die Nachfrage nach hybriden und digitalen Veranstaltungen spürbar gewachsen. Das MCC hat darauf reagiert und ließ Mitarbeitende an der PCMA Chicago online zu „Digital Event Strategists“ ausbilden, damit sie Veranstaltende unter dem Motto „Meet Hybrid“ kompetent beraten können.

Die Zukunft von Events: Flexibilität, Service und Vielfalt

Mit insgesamt 20.000 Quadratmetern überdachter Ausstellungsfläche und über 15.000 Quadratmetern Freigelände hat sich das Messe und Congress Centrum Halle Münsterland als erstklassiger Veranstaltungsort etabliert, der keine Wünsche offenlässt. Die moderne Infrastruktur erlaubt es, jede Veranstaltung – von Messen bis hin zu Kongressen und großen Events – individuell und nach den höchsten Standards auszurichten. Für diese wird viel getan.

Seit 2010 ist das Messe und Congress Centrum mehrfach erfolgreich mit dem Zertifikat „Green Globe“ ausgezeichnet worden. Anerkannt wurde damit, dass das MCC es als wichtige Unternehmensaufgabe ansieht, zur Entlastung der Umwelt beizutragen. 2024 wurde die neue Photovoltaikanlage auf den Dächern der Messehallen installiert. Der generierte Strom wird zu 90 Prozent im Haus selbst verbraucht. Natürlich hat das MCC auch den Klimastadt-Vertrag unterzeichnet. Mit der Unterschrift sichert es der Stadt Münster als Teilnehmerin beim EU-Projekt „100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030“ ihre aktive Unterstützung zu.

Die jährliche Teilnahme an der Studie „Future Meeting Space“ des German Convention Büros und des Fraunhofer-Instituts ermöglicht es dem Messe und Congress Centrum, neue Trends frühzeitig zu erkennen und sich gezielt darauf vorzubereiten. Ein Ergebnis dieser vorausschauenden Ausrichtung ist der 2023 geschaffene Future Meeting Space „NEO“. Er bietet auf 300 Quadratmetern einen Ort für neue Denk- und Lernprozesse.

Auch künftig wird sich das Messe und Congress Centrum Halle Münsterland stetig weiterentwickeln. Erste Ausblicke auf neue Eventformate bieten beispielsweise Veranstaltungen wie „data:unplugged“ oder „future@work“, die jeweils Messe, Kongress und Event in einem sind.

Das Ziel ist klar: Das Messe und Congress Centrum Halle Münsterland ist der „space to be“ und fungiert nachhaltig als multifunktionales, modernes Veranstaltungszentrum. Mit viel Raum für Vielfalt bietet es Veranstaltenden eine optimale Plattform für ihre Events und Gästen einen angenehmen Aufenthalt. Denn nur so bleibt das Messe und Congress Centrum auch zukünftig ein wichtiger Wirtschaftsmotor und eine Bereicherung für die Stadt und die Region.

 

1925 Bau der Halle Münsterland

Plakat zur Eröffnung 1926

Die Ärzte 2023. Foto: Peter Grewer

2016 zeb.UNI Kongress

3 Messehallen gehören zum Messe und Congress Centrum Halle Münsterland. Foto: Peter Leßmann

Foto: Peter Leßmann